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Rita / the long rain

Harake Dance Company

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Rita / the long rain

Harake Dance Company

„Und die Stadt verschluckte alle Sänger. Und Rita. Zwischen Rita und meinen Augen – ein Gewehr.“

 

„Rita – the long Rain“ ist ein getanzter Dialog inspiriert von einem Gedicht von Mahmoud Darwish über die unmögliche Liebe zwischen einer Israelin, und einem Palästinenser - eine tiefgründige romantische Metapher der tragischen und zerstörerischen Verstrickungen der beiden Parteien ineinander. Ist diese Liebe tatsächlich zum Scheitern verurteilt, oder birgt nicht gerade sie den Keim einer besseren, friedlichen Zukunft und die Möglichkeit den Festschreibungen der Zukunft durch die Konflikte der Vergangenheit entgegenzuwirken und Geschichte neu und anders zu gestalten?

 

Der Nahostkonflikt ist eine der längsten, schmerzhaftesten und schwierigsten Problematiken der Gegenwart. Mit dem Zuzug junger Israelis und dem gleichzeitigen Einwandern arabischer Kriegsflüchtlinge wird Berlin zu einer Stadt, in der auch die Positionen dieses Konflikts direkt aufeinandertreffen. Es gibt zwei Möglichkeiten: diese Postionen existieren in parallelen Welten, die kaum Berührungspunkte miteinander haben, ohne das es zu Veränderungen kommt, oder es gibt echten Austausch und Konfrontation mit der Chance einen Lernprozess auszulösen, der die Wunden der Vergangenheit heilt zu neuen Konstellationen führt.

 

Auf der Bühne stehen sich diese beiden Welten als zwei voneinander getrennte Räume gegenüber. Die Räume ist flexibel und verschieben sich mal in das Territorium des einen, mal des anderen. Als Projektion im Raum erscheint das Gedicht, als roter Faden der Handlung zwischen den beiden Liebenden. Es ist ein sich konsequent entwickelnder Dialog an dessen Ende die Unmöglichkeit miteinander zu leben steht, obwohl beide nie aufhören einander zu lieben. Das, was zwischen ihnen steht, ist der ungelöste Machtkampf zwischen Israel und Palästina und die Verpflichtung auf von außen bestimmte Normen und Demarkationen aus Religion, Tradition, Mythologie, Ideologie, Politik und ihrer eigenen Mentalität. Ihre Liebe als einziges, was sie teilen und was sie verbindet, kann diesem Druck letztendlich nicht standhalten. Zumal es auch zwischen ihnen Verwerfungen gibt, die aus ihrer Unfähigkeit sich auf Augenhöhe zu begegnen rühren. Rita erscheint als die dominante Figur fast als femme fatale, die das Geschehen nach Belieben steuert. Das Beharren auf dieser Dominanz ist das Gift, das sie schließlich ohne Lösung auseinander treibt, während sich Israelis und Palästinenser in ähnlicher Weise weiterhin ineinander verkrallt erscheinen als unversöhnliche Gegner, die weder mit- noch ohne einander sein können.

 

Die tänzerische Umsetzung konzentriert sich auf die Liebe. Denn die Körperlichkeit, mit der Tanz agiert und in der Liebende rein als Menschen und vollkommen ehrlich voreinander stehen können, entfaltet eine tiefere Bindungskraft zwischen ihnen als Worte es können. So stellt sich im Stück die Frage nach der grenzüberwindenden Kraft der Liebe zwischen Menschen, die sich eigentlich hassen sollten, die es trotz aller kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeteten Parteien immer wieder gibt. Ist sie tatsächlich zum Scheitern verurteilt, oder birgt nicht gerade sie den Keim einer besseren, friedlichen Zukunft und die Möglichkeit den Festschreibungen der Zukunft durch die Konflikte der Vergangenheit entgegenzuwirken und Geschichte neu und anders zu gestalten?„Wenn wir zusammen lebten, würden wir zwei wunderbaren Kosmen gleich der ganzen Welt Liebe und Glückseligkeit geben.“

 


Concept, Choreography: Mohammed Diban

Production: Harake Dance Company | Fenster zum Osten – shibak sharqi gGmbH

28. März 2019

With kindly support of

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Uferstudios

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