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Franziska Cazanave

SPIRALE – WENN DER KÖRPER NICHT STREIKT

Ren Saibara

Mit  einer Choreographie zwischen Schreibtisch, Stuhl und Laptop erkundet  die japanische (Butoh-)tänzerin und Performerin Haruka Tomatsu die  Auswirkungen von entgrenzter Arbeit auf den Körper, die Bewegung und das  Wesen der Menschen. In Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ren Saibara  und der Dramaturgin Viola Köster macht die Tänzerin Stress und  Karrieredruck auf der Bühne sichtbar und hinterfragt die oft  selbstgewählte Ausbeutung mit Ernsthaftigkeit und Humor.

Macht meine Arbeit mich wirklich glücklich?

In  Japan versteht man unter dem Namen „Karoshi“ den Tod durch Überlastung,  in Deutschland ist Burnout ein weit verbreitetes Phänomen, das gerade  auch solche Arbeiter*innen trifft, die besonders leidenschaftlich bei  der Sache sind. Im Sog der Arbeit übernimmt dann schleichend die Arbeitssucht das Ruder und die Person, die sich selbst scheinbar perfekt  zu managen vermag verbrennt innerlich und wird leer und arbeitsunfähig.

Der Drang zur Selbstoptimierung im Arbeitskontext beschäftigt die  Dramaturgin Viola Köster bereits seit 2009. Ihre wissenschaftliche  Recherche zur Entwicklung von Arbeitssucht und Selbstausbeutung im  Umfeld von NGOs, wurde zum Ausgangspunkt der Theaterarbeit. „Die Spirale“ nimmt nun das Thema mit vollem Körpereinsatz und unter Zuhilfenahme dreier Sprachen unter die Lupe und hinterfragt so die  gesellschaftlich weltweit angesagte gut gelaunte Verausgabung zwischen Büro, Fitnessstudio und Insta-Selfie-Account. Gibt es einen Ausweg aus der Spirale? Oder geht es immer so weiter?


Wer oder was stoppt eine Maschine, die ich selber bin? (Ren Saibara)


Konzept | Regie: Ren Saibara

Performance | Choreographie: Haruka Tomatsu

Konzept | Text | Dramaturgie: Viola Köster

Ausstattung: Michaela Muchina

Licht- | Sound- | Videodesign: Sebastian K. König

Outside-Eye: Annett Hardegen


Ren Saibara ist  japanische Regisseurin und Performerin. Sie interessiert sich für die  Mechanismen hinter aktuellen gesellschaftlichen Problemen, die global  und zeitübergreifend zu sein scheinen – und kontrastiert in ihren  Arbeiten häufig die deutsche und japanische Perspektive auf ein Thema.  Mit der Politikwissenschaftlerin und Dramaturgin Viola Köster arbeitet sie seit 2019 daran, die freiwillige Verausgabung einzelner im Beruf auf der Bühne zu hinterfragen. Haruka Tomatsu studierte Butoh Technik, zeitgenössischen Tanz sowie  Theaterwissenschaften. Seit 2016 arbeitet sie als freie Choreographin,  Tänzerin und Performerin

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13 - 15 Aug 2021 | 20 Uhr

with friendly support of Theaterhaus Berlin Mitte

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